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3. Juni 2011

Italien: Lipari, Segeln am Vulkan


Die äolischen Inseln: die sieben Schönheiten Siziliens. Ehemals bezeichnet nach dem Gott Äolus, werden sie teils auch nach ihrer Gemeinde als Liparische Inseln bezeichnet. Doch jede für sich hat mit ihrem vulkanischen Ursprung für uns Segler einen eigenen Reiz. Ein eindrucksvolles und abwechslungsreiches Revier, das im Sommer eher Schwachwind vorhält. Mit Motorstunden sollte daher durchaus gerechnet werden. Dafür wird man aber auch auf andere Weise belohnt. In den Sommermonaten kann man mit gutem Wetter rechnen. Dennoch ergeben sich manchmal doch erschwerte Bedingungen beim Durchzug einer Schlechtwetterfront. Starke Regenfälle lassen die Sichtweite für kurze Zeit erheblich sinken. Örtlich begrenzte Starkwind- und Sturmzonen ohne Vorzeichen, im Sommer jedoch eher selten. Vorrangig schwache Winde aus Nordwest (Maestral) oder Südost (Schirokko).

Die kleine Stadt Lipari auf den Liparischen Inseln vor der Nordwestecke Siziliens versprüht einen ganz besonderen Charme. Die Insel Lipari gehört mit ihren Nachbarinseln Stromboli, Salina, Vulcano, Panarea, Filicudi und Alicudi zur Inselgruppe der Äolischen oder Liparischen Inseln (italienisch: Isole Eolie) im Tyrrhenischen Meer. Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs und teilweise noch recht aktive (Stromboli, Vulcano).Liegeplätze für Yachten sind in Lipari mittlerweile auch im Hochsommer ausreichend vorhanden. Wer die etwas höheren Preise scheut ankert hier vor prächtiger Kulisse unterhalb des Kastells auf einem der bestgeschützten Plätze im Archipel, allerdings auf großen Wassertiefen.Nur gegen östliche Winde liegt man auf der Reede vor Lipari völlig offen. Dann sollte man tunlichst in den Puerto di Ponente auf Vulcano verholen, in die nur drei Seemeilen entfernte Ankerbucht auf der Westseite der nahen Nachbarinsel, gleich nach der 800 m breiten Durchfahrt Bocca di Vulcano. Hier ankert man auf Tiefen um die 10 Meter vor den hellen Höhen des rauchenden Vulkanberges und Hotels. Ansonsten bleibt Lipari im Süden der Äolischen Inseln die erste Wahl für Yachtcrews.Gleich mehrere Konzessionäre betreiben verschiedene Schwimmstege nördlich des Fährhafens, wo man auch eine Bootstankstelle findet.

Vorsicht ist vor allem am ersten Steg neben den Fährpiers geboten, denn die überwiegend schnellen Fähren, laufen mit großer Geschwindigkeit ein und ihre Heckwelle versetzt die Yachten in Aufruhr und lässt die wild an ihren Festmachern zerren. Die Versorgungslage ist exzellent, neben kleineren Spezialgeschäften und fliegenden Händlern mit Obst und Fisch findet man auch einen Supermarkt und weitere Schiffsausrüster. Merken sollte man sich die Frutti-Geschäfte. Hier bekommt man stets frisches Obst und Gemüse, aber auch alles Andere zu guten Preisen Typisch Liparische Produkte sind die getrockneten Früchte, Mandeln und der Malvasia Wein der ausschließlich dort hergestellt wird. Bekannt ist das Eilnad auch aufgrund der fischreichen Gewässer und so stehen Tunfisch, Schwertfisch, Langusten oder andere Meeresfrüchte auf dem Speiseplan der feinen Restaurants dieser Mittelmeerinsel. Was das Kunsthandwerk betrifft sind die handbemalten Keramiken oder Stoffe sehr gefragt. Auch die aus Terrakotta gefertigten Gefäße oder Figuren sind ein schönes kunstvolles Souvenir .

Wer sich einmal für einen individuellen Chartertörn in diesem Revier einem erfahrenen Skipper anvertrauen möchte, sollte sich auf der Segelyacht La Superba einquartieren. Der Kenner dieses Revier, Peter Kleinoth, heißt Sie herzlich willkommen an Bord. 1980 verließ Kleinoth die Redaktion der Zeitschrift YACHT in Hamburg und siedelte nach Genua (Italien) über, um seine Tätigkeit als Leiter der Mittelmeer-Redaktion dieser Zeitschrift aufzunehmen. In den folgenden Jahren bereiste er mit Kamera und Notizblock fast alle Mittelmeerländer und hatte sich als einer der ersten Wassersport-Journalisten auf Reisereportagen und Luftaufnahmen spezialisiert. Es wurde eine Reihe von Bildbänden unter dem Titel Häfen aus der Luft im Verlag Delius Klasing veröffentlicht. Als intimer Kenner der Mittelmeer-Region weiß Kleinoth viel über Land und Leute zu berichten und kennt das Mittelmeer auch an den entlegensten Plätzen.

Kontakt und weitere Informationen bei
Peter Kleinoth
Tel./Fax: +49 (0)4131 40 28 11
Mobil: +49 (0)175 52 27 445 oder +39 347 29 160 27
Email: mareteamgmx.de

Quelle: Premiumpresse.de / Author J. Duscha
Bilder: Campornalo / pixelio.de

9. April 2010

Charterleitfaden Teil 5: Charterversicherungen, notwendig oder überflüssig?

Willkomen zurück im Nauticguide - Skipperblog! Heute werden wir uns näher mit dem Thema Versicherungen für den Chartertörn befassen. Sinnvoll- oder unnötig, wird sich mancher Skipper fragen, der einen Törn plant und mit den Angeboten von Chartergesellschaften gleichzeitig eine Vielzahl von Flyern mit Zusatzangeboten bekommt. Sicher wird der ein oder andere Prospekt von einer der hiesigen Versicherungsgesellschaften für den Yachtsport sein. Nun gilt es zwischen den wirklich wichtigen Policen und den eher sekundären Angeboten zu differenzieren. Nicht einfach, dennoch nicht unmöglich, nachfolgend die wichtigsten Versicherungen für Charterer und deren Erklärung. Zunächst aber die Frage:


Ist eine Versicherung für den Chartertörn wirklich notwendig? Grundsätzlich gilt auch hier, wie eigentlich für alle Versicherungen: Wollen und vor allem, können Sie im Schadensfall das finanzielle Risiko selbst tragen? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten, in den meisten Fällen wird hinter dem Fragezeichen ein "Nein" stehen. Dann gilt es abzuwägen, welche Versicherung ist zwingend notwendig und welche ist für den Chartertörn aus Sicht des Skippers minder wichtig. Die häufigsten Schäden entstehen in der Regel an den Yachten, Personenschäden sind eher die Ausnahme. Somit werden meist Zahlungen im Rahmen der Selbstbeteiligung aus der Charterkaution heraus fällig. Zu erst steht das Risiko den Törn überhaupt antreten zu können. Ist die Crew auf den Skipper mangels Co-Skipper angewiesen, fällt der Törn buchstäblich "in's Wasser" wenn der Skipper unvermittelt erkrankt. Hier wäre die Charterrücktrittskostenversicherung das Mittel der Wahl um die Chartergebühren abzusichern. Nachfolgend die wichtigsten Versicherungen für den Chartertörn (ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit aller Angaben)


Die Kautionsversicherung übernimmt Leistungen die aufgrund fahrlässiger Beschädigungen an dem Schiff entstanden sind bis zur Höhe der Selbstbeteiligung. Diese beträgt meist 1.500 - 2.500 € und muss bei Törnantritt hinterlegt werden. Allerdings hat auch die Kautionsversicherung i.d.R. eine minimale Selbstbeteiligung in den Statuten, andernfalls wären die Beiträge nicht finanzierbar. Ein Vergleich der Gesellschaften lohnt dennoch, manche versichern jeweils den Törn, andere hingegen stellen Policen mit jeweils einjähriger Gültigkeit aus.


Skipper-Haftpflichtversicherung: Grundsätzlich haftet der Skipper für Schäden, die er anderen Personen, der Crew, oder materiellen Gegenständen zufügt, mit seinem gesamten Vermögen. (Gesetzliche Haftpflicht) Die evtl. bestehende private Haftpflichtversicherung hat i.d.R. für Wassersportaktivitäten, insb. für Charteraktivitäten Ausschlussklauseln, so dass im Schadensfall die Haftung der Skipper persönlich trägt. Nun ist aber das gecharterte Schiff Haftpflichtversichert, so dass o.g. Haftung, abgedeckt sein sollte. Das Risiko welches besteht, sind z.B. zu geringe Deckungssummen, die im Schadensfall nicht ausreichen könnten, zudem dass der Vercharterer, bzw. der Yachteigner seine Prämien nicht bezahlt hat, infolge dessen das Schiff nicht Haftpflichtversichert ist. Hinzu kommt, das ausländische Policen ggf. andere Regelungen vorsehen, als bei uns üblich. Diese Punkte bei Törnantritt zu prüfen, ist herausfordernd. Zur Absicherung dieser Risiken kommt die Skipper-Haftpflichtversicherung in Betracht.


Skipper-Rechtsschutzversicherung im Zusammenhang des Führens einer Charteryacht. Skipper die eine Privatrechtsschutzversicherung haben, sollten prüfen, inwiefern dieses Risiko in Ihrer Police enthalten ist. Andernfalls besteht die Möglichkeit eine Rechtsschutzversicherung speziell für das Führen von Charteryachten abzuschließen, diese beeinhalten i.d.R. den Schadenerschatz,- Straf- und Führerscheinrechtsschutz.


Skipper-Unfallversicherung: Skipper, die ohnehin eine Unfallversicherung haben, sollten prüfen, ob das Risiko aus einem Chartertörn heraus versichert ist. Dieses Risiko wird mitunter in den Ausschlußklauseln "gefahrengeneigte Sportarten" ausgeschlossen. Ein weiteres Argument für eine Skipper-Unfallversicherung sind die sogenannten Bergekosten, meist in den privaten Unfallversicherungen nicht sehr hoch versichert: Im Falle von Seenot und der Abbergung einer Crew können erhebliche Kosten entstehen, die u.U. mit den versicherten Bergekosten nicht beglichen werden können, zudem kann es hier zu Interpretationsschwierigkeiten kommen, da die Abbergung zur Verhinderung eines Unfalles zählt und schließlich noch kein Unfall mit Personenschaden passiert ist.....


Die Charter-Folgeschadenversicherung kommt für Schäden auf, die beispielsweise verhindern, dass die nächste Crew das Schiff übernehmen kann, da eine Reparatur länger dauern würde. In solch einem Falle ist der Skipper unter Umständen (je nach Inhalt des Chartervertrages) wiederum Schadenersatzpflichtig.


Die Skipper-Beschlagnahmeversicherung tritt in Leistung, wenn die Charteryacht "an die Kette gelegt" wird und daraus finanzieller Schaden entsteht, beispielsweise bei Grenzübertritt mit nicht hinreichenden Papieren etc. Meist handelt es sich dann um Schadenersatzforderungen, da das Schiff nicht wie vorgesehen an der Charterbasis zur Übergabe an die nächste Crew zur Verfügung steht.


Nun ist "guter Rat" teuer... wie in vielen anderen Bereichen, so auch bei den Versicherungen für Charterer enorme Auswahlmöglichkeiten. Wie bereits erwähnt, empfiehlt sich das größte Risiko bei einem Törn zu versichern und das sind nun mal statistisch gesehen Zahlungen im Rahmen der Selbstbeteiligung (in Form der hinterlegten Kaution), durch Schäden die von der Crew während des Törns verursacht werden.


Nächsten Mittwoch klären wir dann in Kapitel 6 unseres Charterratgebers die Frage welcher Bootsführerschein denn überhaupt notwendig ist, um eine Yacht zu mieten und auf Törn zu gehen. Bis dahin schöne Tage und nicht vergessen: Nach dem Törn eine Bewertung im Nauticguide Charter - Bewertungsportal abgeben, andere Skipper freuen sich von Euren Erfahrungen zu profitieren. Von Skipper für Skipper.


Eure Nauticguide Redaktion.